RDM - Ring Deutscher Makler - Landesverband Berlin und Brandenburg e.V.

Der Immobilienmarkt boomt und ein Ende des Runs auf Berliner Grundstücke und Gebäude ist nicht in Sicht. Eigentlich könnte es also gar nicht besser laufen für die rund 10.000 Immobilienmakler in der Hauptstadt. Doch dem ist nicht so, wie Markus Gruhn, Vorsitzender des Berlin-Brandenburgischen Landesverbandes des Rings Deutscher Makler (RDM) betont. "Für uns Makler ist es sehr schlecht, wenn zu wenige Objekte am Markt sind und die Nachfrage höher als das Angebot ist", so der Verbandschef. Tatsächlich geht der Boom mit einer deutlichen Angebotsknappheit einher, wie die Zahlen verdeutlichen, die der Gutachterausschuss für Grundstückswerte am Freitag vorlegte.

Die amtlichen Gutachter haben im ersten Halbjahr 2017 rund 14.400 Kaufverträge registriert. Das waren etwa fünf Prozent weniger Verträge als im Vorjahreszeitraum. Dabei floss mit knapp acht Milliarden Euro aber ein Viertel mehr Geld. In zwei Dritteln der Fälle wurden Eigentumswohnungen gekauft, die Preise stiegen durchschnittlich um zehn Prozent. Neubauwohnungen werden mit 5038 Euro je Quadratmeter gehandelt. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Kaufverträge und auch der Geldumsatz. Der weiterhin hohen Nachfrage nach Berliner Immobilen steht ein insgesamt zu geringes Angebot gegenüber, erklärten die Gutachter. Es fehle an Bauland. Niedrige Zinsen führten dazu, dass viele Sparer und Investoren Geld in Immobilien stecken wollten, gleichzeitig aber nur wenige Grundstücks- und Wohnungsbesitzer verkaufen wollten.

Makler treffen sich im Hotel InterConti

"Das ist auch unsere Beobachtung", sagte Markus Gruhn, der am Freitag zum RDM-Immobilientag in das Hotel InterContinental an der Budapester Straße eingeladen hatte. Rund 270 Teilnehmer aus der Immobilienbranche waren der Einladung des Verbandschefs gefolgt, um sich über die neuesten Trends auf dem Immobilienmarkt zu informieren. Ganz oben auf der Agenda stand die Digitalisierung, die längst über das simple Einstellen von Annoncen auf den einschlägigen Internetplattformen hinaus ist. Virtuelle 360-Grad-Rundgänge oder Chat-Konferenzen mit dem Kunden stellen ganz neue Möglichkeiten und Anforderungen dar.

Aber auch die Eingriffe der Politik in den Wohn- und Mietenmarkt und die anstehende Bundestagswahl waren Themen auf dem Branchentreff – und das lag nicht nur an den Gastrednern aus der Politik, darunter Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses im Bundestag und frühere Bauminister, Peter Ramsauer (CDU). Die aktuelle Wohnungsbaupolitik darf sich nicht nur auf Verwaltung des Wohnungsmangels in erster Linie konzentrieren, so die Forderung des Maklerverbandes. Nur Wohnungsneubau schaffe Abhilfe.

Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin/article212016843/Immobilienboom-Maklern-gehen-die-Grundstuecke-aus.html

Von Isabell Jürgens